Operation Donnerbrötchen – Der Testflug des Luftpanther II (Teil 2) by lordi
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Description
09:15 Uhr – Sichtung
Wir erreichen den Turm am Horizont.
Alfred: „Feindlicher Ausguck! Mögliches Spionagelager!“
Ich: „Das ist… das Toilettenhaus vom Manöverplatz.“
Alfred: „Vielleicht ist das die Tarnung!“
Ich ignoriere ihn.
Er ignoriert mich.
Er greift nach dem Maschinengewehr „Heulendes Elend Mk. II“. Es blockiert beim ersten Versuch.
Alfred schlägt mit einem Löffel dagegen. Erfolglos.
Ich notiere im Protokoll:
„Feuerkraft mäßig. Löffel als Notlösung untauglich.“
Dann funktioniert es doch. Das Maschinengewehr knattert los.
Feuerrate: beängstigend.
Präzision: theoretisch vorhanden.
Alfred feuert – trifft aber vor allem Nebel, eine Eule und sein eigenes Hosenbein, weil er sich beim Drehen verheddert.
Die Eule ist empört.
Das Hosenbein entzündet sich spontan.
Ich lösche mit einem Teebeutel.
Der Rückstoß schleudert uns seitlich. Der Zeppelin schwankt wie ein betagter Bierkutscher nach der Kirchweih.
Alfred johlt.
Ich klammere mich ans Steuerkreuz und bete zum Gott der Navigationslosen.
Mühsam kommen wir wieder auf Kurs.
09:33 Uhr – Test der Bomben
Wir erreichen 300 Meter Höhe. Zeit für den Höhepunkt des Irrsinns: die Bomben.
Zwei elegante, schlanke Zylinder, handlackiert, Typ „Wünsch dir was“.
Offiziell heißen sie „Friedensförderer 1“ und „Friedensförderer 2.“
Inoffiziell: „Rums“ und „Aua.“
Gewicht: je 45 Kilo. Zünder: mechanisch.
Ziel: improvisiert.
Der Bombenschacht öffnet sich.
Alfred beugt sich vor, mustert das Gelände.
„Da unten! Scheune. Bestimmt feindlich!“
Ich antworte nicht. Ich bin mit Zählen beschäftigt: Drei. Zwei. Eins. Klack.
Die erste Bombe rauscht los, dreht sich im Sturzflug, beschreibt eine herrliche Parabel – und explodiert mit einem Donnern, das selbst der Himmel kurz doof findet.
Rauchpilz.
Schockwelle.
Die Scheune steht unbeeindruckt. Der Hühnerstall daneben brennt lichterloh.
Die überlebenden Hühner werden vermutlich eine Woche lang gleich gekochte Eier legen.
09:37 Uhr – Zweiter Bombentest
Zweite Bombe. Zielgebiet: ein leerstehender Traktor auf einer alten Wiese.
Leider merkt Alfred erst nach dem Abwurf, dass der Traktor gar nicht leer ist.
Drin sitzt Bauer Hinnerk – der jetzt vermutlich als erster Mensch in die Geschichte eingeht, der spontan mit über 20 km/h flieht, ohne den Boden zu berühren.
09:52 Uhr – Problem im Kessel
Ein seltsames Zischen. Ein Röcheln. Der Zeppelin stottert wie ein pubertierender Dichter auf einer Tanzfläche.
Alfred: „Nicht schlimm, das macht er immer, wenn er denkt.“
Ich glaube ihm. Was soll ich auch tun? Springen?
Würde ich, aber der Fallschirm ist noch nicht erfunden.
09:59 Uhr – Sinkflug
Plötzlich meldet der Bordlautsprecher „Systemüberhitzung“, was seltsam ist, weil wir keinen Lautsprecher und kein System haben.
Die Möwe ist zurück, diesmal mit Freunden.
Drei gebratene Hühner fliegen neben ihr.
Ich vermute noch Nebenwirkungen vom ersten Bombentest.
Der Zeppelin windet sich, knackt, schwankt. Das Steuerseil hat beschlossen, aus dem Arbeitsverhältnis auszusteigen.
Heftiger Gegenwind rollt den Zeppelin. Alfred will gegensteuern, zieht aber am roten Hebel, auf dem „Nicht anfassen!“ stand.
Plötzlich haben wir Licht im Cockpit, Seifenblasen aus dem Dampfkessel und eine Sirene, die wie eine weinende Katze klingt.
„Wie ist der Plan?“ frage ich.
„Wir fliegen weiter.“
„Bis wann?“
„Bis wir nicht mehr können.“
„Also: Notlandung?“
„Sagen wir: dynamisches Bremsmanöver in unvorhergesehenem Gelände.“
10:03 Uhr – Notlandung
Es ist weniger eine Landung als ein sehr entschlossener Bodenkontakt.
Mitten auf einem frisch gepflügten Feld.
Der Aufprall klingt wie ein betrunkener Bär, der durch ein Klavier fällt.
Unsere Landung wird in drei Ländern gleichzeitig als seismisches Ereignis gemeldet.
Wir wirbeln Erde auf, erschrecken drei Kühe, zwei Spaziergänger und einen General, der gerade an einen Busch uriniert.
Ich schreie.
Alfred lacht.
Die Möwe applaudiert.
Luftpanther II liegt wie ein dampfender Pfannkuchen auf dem Acker. Drei Schafe beobachten uns mit der Skepsis von Steuerprüfern.
Ein Bauer nähert sich. Fragt: „Seid ihr aus dem Zirkus?“
„Nein, schlimmer – Armee.“
10:19 Uhr
Die Landung hat Spuren hinterlassen: auf dem Feld, im Gerät – und tief in meiner Seele.
Ich werde nie wieder ruhig schlafen können, wenn irgendwo in der Ferne auch nur eine Thermoskanne zischt.
Alfred sucht seinen Stiefel unter einem toten Huhn.
Ich suche meinen Lebenswillen am Horizont.
Ein Offizier kommt angeritten. So ein Typ mit akkurat gezwirbeltem Schnurrbart und dem Gesichtsausdruck eines Mannes, der schon mal versehentlich auf einem Feldbett ein Manöver geplant hat.
Er sagt: „Großartig! Da haben wir viel draus gelernt für die Zukunft!“
Ich antworte nichts. Ich nicke auch nicht.
Ich werde noch heute desertieren.
Oder mich freiwillig zum Minensuchen melden – mit verbundenen Augen und ohne Stiefel.
Denn ich weiß: Luftpanther III ist bereits im Bau…

Comments (5)
ein sehr schöner Render
Danke schön, Paulienchen
Luftpanther III wird sicher besser. Die Crew vielleicht nicht.
lach Na mal sehen. Sie waren immerhin bemüht :D
The crew members' expressions and work姿 are depicted in detail, making it a very wonderful piece.
Many thanks, tatu09
Wonderful scene ! Nice work.👍🙋♂️
Thank you, Saby55
Und jetzt habe ich Bauchschmerzen vom Lachen... Latürnich bringen die Biester, erm ich meine Opfer, gebratene Hühnchen als Unterstützung mit!!! Ich schlage die Möwen für das Bundesverdienstkreuz vor!
lach Danke dir, hmatienzo. Mal sehn ob die Möwe die Auszeichnung annimmt oder wieder einen Looping macht :D