Brühnhilde, die Kaffeemaschine (Orginal in deutsch) by lordi
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Description
Bild wurde in DAZ gerendert, kein AI.
Das ist Brühnhilde. Ja, wie die Schwester von Siegfried – nur mit Kolben statt Schwert.
Der Kaffee? Ein Heldenepos.
Nicht „die Kaffeemaschine“, sondern DIE Kaffeemaschine - gemäß den Vorschriften des
Kaiserlichen Dampfbüros für „Kaffee und Krawall“ zugelassen.
Ein beeindruckendes Gerät das aussieht als hätte Jules Verne eine Affäre mit einer Gießerei gehabt
und das gemeinsame Kind spuckt Kaffee statt Lava.
Ihre Rohre winden sich wie der Stammbaum einer sehr alten Adelsfamilie, in der irgendwann mal
jemand versehentlich ein Dampfschiff geheiratet hat.
Gebaut vermutlich von einem dampfsüchtigen Genie, der gleichzeitig an Schlaflosigkeit,
Größenwahn und latenter Metallvergiftung litt.
Sie steht auf einem Eichenholzpodest, das so stabil ist, dass man darauf ein Pferd operieren könnte.
Ein wahrer Altar für ein Maschinenopfer.
Sie macht Kaffee irgendwie - aber nicht einfach so.
Bei Brühnhilde ist das ein Ritual, irgendwo zwischen Maschinenmagie, Hochofenbetrieb und
Voodoo für Fortgeschrittene.
Ihr Brühvorgang beginnt damit, dass man Kohle nachlegt. Mit echtem Schaufeln, wie bei einem
Eisenbahndrama.
Dann dampft sie. Nicht so ein bisschen – sondern so, dass ein kleiner Nebelwald
entsteht, aus dem gelegentlich ein aufgeputschtes Eichhörnchen kichert und wieder verschwindet.
Man gibt den Kaffee ein, indem man eine kleine Kupferklappe aufschraubt, die aussieht, als würde
sie direkt zur Hölle führen. Dann legt man eine Bohne rein. Eine einzige, den Rest erzeugt
Brühnhilde aus dem Äther, das Chaos und Dämonenblut.
Bühne frei: Klack, zisch, röchel, ein winziges Rumpeln – Brühnhilde beginnt zu arbeiten.
Dann: Zündung.
Ein leichtes „Ffffffffffff...“.
Nicht gefährlich.
Noch nicht.
Das ist der Moment, in dem sie wach wird.
Wie ein Drache, der beim Wort „Koffein“ die Augen aufschlägt.
Dann macht es „Klong.“
So ein ganz klares, tiefes Klong.
Das Geräusch eines Metallteils, das sehr genau weiß, was es tut, aber dir nichts davon erzählt.
Du stehst nur da und nickst. Weil du spürst: Jetzt ist sie da.
Dann „Tschk-tschk-tschk…“
Ein nervöses Ticken.
Nicht wie eine Uhr – eher wie ein irrer Uhrmacher, der drinnen eingesperrt wurde und versucht, mit
einem Löffel zu entkommen.
Der Druck steigt. Nicht gemessen in Bar – sondern in Respekt. Hoch genug um einen Espresso
einem toten Elefanten mit Schallgeschwindigkeit durch die Aorta zu jagen und dabei der Realität
einen Knick zu verpassen.
Und plötzlich –
„PFFFFT-KLACK!“
Ein Ruck geht durch den Korpus.
Du zuckst zusammen.
Sie nicht.
Aus dem Hahn schießt Kaffee.
So schwarz, dass selbst Licht sich überlegt, ob es wirklich rein will, dick wie ein Gelehrtenstreit und
so existenziell stark, dass er dir deinen Lebenslauf rückwärts einblendet und einem beim Trinken
spontan die Stimme zwei Oktaven tiefer rutscht.
Ein Schluck Brühnhilde-Kaffee, und man sieht Geräusche. Zwei – und man fängt an, Gedichte auf
Latein zu schreiben. Rückwärts.
Brünhilde macht keinen Kaffee - Sie erschafft ihn.
Mit Hitze, Druck und einem leichten Gefühl von Gefahr.
So wie Gott die Erde schuf – nur koffeinhaltiger.
Du hast die Wahl zwischen drei Stufen:
1. Stufe: „Morgengrauen“
Für Anfänger. Und für Leute, die glauben, sie hätten schon mal starken Kaffee getrunken.
Der Hebel wird gezogen – ganz sachte – und Brühnhilde schaut dich dabei an, als wollte sie sagen:
„Na, du zitterst ja jetzt schon.“
Der Kaffee tropft.
Einzeln.
Wie Mahnungen vom Amt.
Das Geräusch ist ein leises „Plopp… Plopp… Plopp…“, als würde der Kaffee freiwillig kommen –
aber nur unter Protest.
Du nimmst einen Schluck – mild, warm, fast freundlich.
Doch dann, ohne Vorwarnung, geht dir im Hirn das Licht an.
Es ist der kaffeinistische Hinterhalt.
Du denkst, du wärst sicher – und plötzlich steht dein Puls im Türrahmen und fragt, ob das heute
noch weitergeht.
2. Stufe: „Wach ab Mittwoch“
Jetzt wird’s ernst.
Brühnhilde schnauft einmal tief durch, die Rohre brummen wie ein Chor aus Altmetall, dann:
„KLACK-FFFFF-TSCHHHHHHH-KLONK.“
Der Kaffee schießt nicht – er explodiert in Würde.
Die Tasse zittert. Dein Herz setzt sich aufrecht hin. Der Geruch ist stärker als der Wille.
Die Farbe: Schwarz mit Unterton Apokalypse
Du trinkst – und für einen Moment kannst du alles sehen. Vergangene Leben. Verpasste Anrufe.
Deine Geburt rückwärts.
Ein Schluck davon und dein innerer Schweinehund fängt freiwillig an, Liegestütze bis zum
nächsten Wochenende zu machen.
3. Stufe: „Exorzismus“
Diese Stufe NIE ohne Arbeitsanzug aus Stahl nutzen.
Dies ist kein Kaffee mehr.
Dies ist eine Erfahrung.
Brühnhilde ruckt zweimal, zischt wie ein beleidigter Kessel und beginnt zu brühen, als würde sie
einen Dämon austreiben – nur eben in Richtung Tasse.
Der Klang ist eine Mischung aus Hochofen, Wagners „Walkürenritt“ und einem Schrei in Blech.
Es zischt, es knallt, es macht „KRAFFF-ZZCH-KLACK-WOMMMM!“
Jetzt hat sie dich!
Der Kaffee kommt nicht aus dem Hahn – er entweicht.
Die Tasse zittert.
Du zitterst.
Die Wand zittert.
Alles ist Koffein.
Der Kaffee ist nicht flüssig.
Er ist eine Haltung.
Er steht in der Tasse und schaut dich an wie ein Boxtrainer kurz vor Runde eins.
Du nippst. Der Geschmack: Altmetall mit einem Hauch von Krieg und verbranntem Kosmos.
Wer das trinkt, fängt entweder an zu tanzen – oder löst plötzlich Sudoku allein mit den Augen.
Nur einmal trinken.
Danach heißt du anders und überlegst in welchem Universum du gelandet bist.
Wer jetzt noch müde ist, ist bereits seit Äonen tot und wusste es nicht.
Du trinkst und mit jedem Schluck zerschmilzt die Müdigkeit wie ein Schatten im Dampf.
Dein Herz schlägt jetzt in Achtelnoten.
Dein Denken brennt heiß wie ein Kessel unter Volldruck.
Dein Bewusstsein dehnt sich aus, wie ein Zeppelin aus klarem Verstand.
Und dann ist es vollbracht.
Brühnhilde verstummt.
Nicht aus Schwäche, sondern aus Erhabenheit.
Ihre Rohre schweigen wie Trompeten nach der Schlacht.
Die Ventile ruhen.
Ein letzter Dampfstoß kräuselt sich in die Luft wie der Schlussakkord eines uralten Liedes, das nur
aus Mut, Metall und Mokka besteht.
Brühnhilde hat nicht einfach gebrüht – sie hat gerichtet.
Sie hat dich geprüft.
Und sie hat dich entlassen.
Stärker.
Schneller.
Wacher als das System erlaubt.
Für einen Moment fühlst du dich unbesiegbar.
Unsterblich.
Unausgeschlafen, aber erhoben.
Du willst Danke sagen.
Aber deine Zunge ist noch damit beschäftigt, den Fluchtweg zu planen.
Und dann…
… ganz langsam, wie durch Watte, kehrt dein Körper zurück.
In deinen Stuhl.
In den Raum.
In die Zeit.
Du blinzelst.
Der Dampf ist fort.
Die Tasse leer.
Brühnhilde schweigt.
Und du denkst nur:
„Was… zur Hölle… war das gerade?"
Und tief in deinem Inneren flüstert eine leise Stimme „Brühnhilde..."

Comments (4)
Toller Text und beeindruckende Maschine. Ich frage mich ob die nicht auch Schnaps brennen könnte.
lach Nee, nur Kaffe, aber einen Kaffee gegen den jeder Schnaps wie Tafelwasser wirkt. Danke dir, illkirch
Wo gibt es denn so eine Tolle Kaffemaschiene sehr schönes Bild
Danke sehr, Paulinchen.. Brühnhilde ist ein Einzelstück. Sie findet dich wenn sie es für richtig hält lach
Die Maschine brauch ich morgens!!! Genial!
Danke schön, hmatienzo . Welche Stufe wäre dir denn am Morgen recht?
@lordi Ich bin hart im Nehmen... Sock it to me!!
lol Also ein doppelter auf Stufe drei. Kommt sofort.